Unsere aktuelle Ausstellung

   

15. September - 16. Oktober 2020

Wolfgang Roßdeutscher, Ironisches
Skulpturen

Wie die IRONIE entstand
Es war zu der Zeit, als Worte noch einen Wert besaßen ­und manche nicht mit Gold aufzuwiegen waren, wie das Wort LIEBE z.B. Sein Erfinder wurde von unzähligen Menschen so reich belohnt, dass er gar nicht mehr wußte, wo er die ganzen Geschenke lassen sollte. Die Dankbarkeit war grenzenlos. Das spornte natürlich an und es fanden sich immer mehr Wortschöpfer. Bald waren die meisten Worte, die wir auch heute noch benutzen erfunden. Nur bei den ganz schwierigen, den vielschichtigen, die in ihrem Wesen keine Eindeutigkeit vorweisen konnten, da dauerte es etwas länger. Dazu gehörte auch das Wort IRONIE. Wer es erfunden hat, ist uns nicht überliefert, darum gehe ich einfach vom fertigen Produkt aus. Die Ironie, weiblich, 6 Buchstaben. Eine Verbindung aus Spott, Witz und Unsinnigem. Das „O“, das wir fast in der Mitte, nur einen leichten Hauch nach links verschoben, in der IRONIE finden, das hat sie vom SPOTT. DORT prangt es freilich in der Mitte und will alles dominieren. Aber das läßt sich die Ironie nicht gefallen. SO will sie nicht sein. Ein Abklatsch vom Spott, das fehlte ihr noch, wo sie doch ganz eigene Vorstellungen von sich hat. Ein Stückchen Witz soll schon dabei sein. Und Unsinnigkeit, die darf auch nicht fehlen, damit die Menschen nicht gleich denken, sie ist leicht zu durch­schauen. Nein, sie sollen es schwer haben, sie zu verstehen. Am besten wäre es, wenn sie ihr Leben lang an der Deutung zu knabbern hätten. Immer wieder sollen sie sich fragen, ob es an ihrer eigenen Begrenztheit (Dummheit) liegt, dass sie nicht verstehen, was doch so klar auf der Hand liegt. „Sehen und doch nicht erkennen.“ Diese Beschreibung könnte der Ironie schon gefallen, denn sie hat Freude daran, sich hinterm Gartenzaun zu verstecken, um sich sowohl über nichtigen Hochmut als auch über geistige Unbeholfenheit zu amüsiert. Am liebsten aber springt sie wie ein angreifender Löwe aus ihrem Versteck, beleckt überlegen die Zähne und bedroht die gedankenlos übernommenen Selbstverständlichkeiten. In einem Augenblick kann sie Fundamente ins Wanken bringen und sogar solide errichtete Wissensgebäude einstürzen lassen. Ausgefahrene Wege machen den meisten Staub. Und die Ironie ist hochgradig allergisch gegen den Geistesstaub der Jahrhunderte. Sie wirbelt gern die Gedanken durcheinander, stiftet eine geistdurchdrungene Unruhe. Die tut der Seele nicht immer gut, ist aber notwendig und sogar heilsam. Eine Medizin darf beißen und einen bitteren Nachgeschmack haben. Das sieht man ihr nach, denn sie soll helfen. Ironie kommt einer geistigen Entschlackungskur gleich. Sie stärkt Geist, Herz und das Immunsystem. Und wer wünschte sich nicht immun zu sein, um sich erheben zu können über das Nichtige, über die reale Welt, über sich selbst, um auf den Flügeln endloser Reflexionen in eine Mitte zu schweben, wo alles seinen Ursprung hat. Gudrun Scholz

es spricht: Gudrun Scholz
Bild: »Narrenschiff«, Bronze, Diabas, 2015

Sehr geehrte Damen und Herren

Einladung

DIE AUSSTELLUNG WIRD AB DIENSTAG, DEM 15. SEPTEMBER 2020 UM 16 UHR ZUSEHEN SEIN. DER KÜNSTLER IST ANWESEND.
AUFGRUND DER AKTUELLEN SITUATION FINDET KEINE
VERNISSAGE STATT. WIR LADEN SIE UND IHRE FREUNDE
HERZLICH IN DIE GALERIE HIMMELREICH EIN.

Alfons Scholz

Vorsitzender des Vereins "Freunde des Himmelreichs"
Galerie Himmelreich, Breiter Weg 213b, Ecke Danzstraße, 39104 Magdeburg, Öffnungszeiten: Di - Fr 12 - 18 Uhr und Sa 10 - 13 Uhr sowie nach Vereinbarung

 

 

   

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