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Schaufensterausstellung

FREIRAUM
Ute Brade

Hans-Peter Jakobson

Gedanken zum Werk von Ute Brade, Auszug aus einem 2010 entstandenen Katalogtext: In der anregenden Atmosphäre der „Burg“ und ihres Hallenser Umfeldes fand sie ihre ganz eigene Handschrift. Frei von jeglicher Routine und bei permanenter kritischer Selbstbefragung, ist diese geprägt durch ausgesprochene Experimentierfreude sowie stete künstlerische Bewegung und Veränderung, beruhend auf einem soliden handwerklichen Können. Auf diesem Weg hat Ute Brade weder ihre Persönlichkeit noch ihre Grundüber­zeugungen je aufgegeben. Wichtige Gestaltungsprinzipien prägten sich früh aus und blieben bis heute gültig. Sie erarbeitet sich ihre Themen vorwiegend in Gruppen, um inhaltliche sowie formale Probleme unter verschiedenen Aspekten umfassend zu untersuchen und darzustellen. Ihre Vorliebe gilt den besonderen ursprünglichen optischen wie haptischen Qualitäten des unglasierten Tones, und dem daraus resultierenden sparsamen Einsatz von Glasuren.
Ihre Teller sind bemalt mit geometrischen Formen, meist Variationen von Dreiecken, Rhomben und Kreisen. Sie benutzt dazu Engoben in erdfarbenen Tönen. Ihre Ausdruckskraft verdanken solche Schöpfungen einer Gestaltungsweise, die sie über Jahrzehnte immer weiter entwickelt und sublimiert hat. Sie zeichnet sich durch ein sicher und kraftvoll in das Rund des Tellers komponiertes, spannungsvolles Spiel von malerischer Dichte mit Über­malungen und Wischungen sowie konkreten oder aufge­lösten grafischen Spuren aus. Es war nur konsequent, dass sich die Künstlerin neben den Bildtellern immer stärker der keramischen Plastik zuwandte. Skulpturen aus zerschnit­tenen oder verformten Drehteilen oder aus Platten frei aufgebaut, die sie „Türme“ nennt, strahlen urwüchsige Kraft aus. Wie aus einem Tonklumpen herausgeschnittene plastische Gebilde mit einem geschlossenen Korpus, führen in ihrem formalen Aufbau die Dreiecke und Rhomben aus der Tellerbemalung in die Dreidimensionalität:
Ute Brade
1961-63 Lehre als Scheibentöpfer mit Abschluss der Gesellenprüfung bei Gerhard Meisel in Stahnsdorf, 1963-68 Studium und 1968 Diplom im Fachbereich Keramik an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein, seit 1968 freiberuflich als Keramikerin in Halle (Saale) tätig, ab 1970 in eigener Werkstatt in Halle-Ammendorf

Bild: Teller, freigedreht, Ø 38 cm, 2020
Foto: Nikolaus Brade


Alfons Scholz
Vorsitzender des Vereins "Freunde des Himmelreichs"
Galerie Himmelreich, Breiter Weg 213b, Ecke Danzstraße, 39104 Magdeburg
 
 

 

   

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